Gesellschaftliches Wertgefüge

Die mitteleuropäische Kulturgeschichte ist über tausende von Jahren sehr stark mit dem Christentum verwoben. Im römischen Reich wurden die Christen verfolgt gefoltert und konnten Ihren Glauben nur im Verborgenen praktizieren. Dies ändert sich  im 4. Jahrhundert schlagartig, als der römische Kaiser den Christen Glaubensfreiheit gewährte. Damit begann aber auch der Drang zur Macht. Zunächst spaltete sich  in Byzanz die orthodoxe Kirche ab. Die Päpste und Bischöfe der folgenden Jahrhunderte waren weltliche Herrscher die zwar den Glauben predigen ließen, aber selbst sehr fürstlich lebten. Persönliche Bereicherung und Macht waren die Antriebsfedern ihres Tuns. Mit Kirchen, Palästen und Klöstern haben sie sich Denkmäler gesetzt. Das Geld  wurde der Bevölkerung entweder abgenommen oder durch den sehr lukrativen Ablasshandel verdient. Das Hauptgebot von Jesus Christus die Nächstenliebe wurde weder gelebt noch gepredigt. Mit Drohungen, grausamer Folterung und Mord wiederholten die Verantwortlichen der Kirche an Unschuldigen das Verhalten römischer Kaiser wie Nero. Die Inquisition im Mittelalter, die Hexenverbrennungen, die Zerstörung hochentwickelter Kulturen in den Kolonien geschah im Namen Christi. Genauso wie heute das Kondom und die  Antiibabypille von den in der Zwischenzeit weltfremden, alten, leider noch immer mächtigen Männern verteufelt wird.  Die Lehre von Jesus Christus setzte auf Güte, Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe. Die 10 Gebote sind der Rahmen dieser Lehre.   

In Europa haben zur Verherrlichung dieses Glaubens unzählige Künstler Werke geschaffen, die unser Denken und Tun beeinflussen und deren Schönheit uns beindruckt, aber auch nachdenklich macht.  Nicht nur die Paläste und Burgen und deren Interieur, sondern auch die zahllosen Kunstwerke  spiegeln die verschiedenen Epochen wieder.  Dies Alles ist  der Nährboden für unsere gesund gewachsene Kultur und unsere Traditionen.  Auch wenn die Kirche im Augenblick um Ihre Glaubwürdigkeit ringt und auch jüngere Priester sich dogmatisch und realitätsfremd verhalten, so bleibt aber die Lehre Jesu Christi in Europa noch immer Grundlage des gesellschaftlichen Aufbaus. Wir brauchen in Mitteleuropa keine multikulturelle Gesellschaft, sondern ein Wertgefüge was zum Grundgerüst des menschlichen Miteinanders taugt.

Traditionen anderer Glaubensgemeinschaften, deren Entstehung  auf  anderen soziale und kulturelle Hintergründen fußt, müssen wir achten, aber wir dürfen auch um Respekt unserer Vorstellungen gesellschaftlichen Zusammenlebens bitten. Es ist uns fremd und wird es bleiben, wenn der Muizin vom Minarett über Lautsprecher zum Gebet ruft. Eine  Minderheit von Muslimen, die übrigens alle freiwillig nach Mitteleuropa gekommen sind, meistens weil sie hier mehr verdienen wie zuhause und politische Freiheit haben, kann nicht erwarten, dass die Mehrheit ihre Traditionen und ihre kulturelle Identität verleugnet. Die Freiheit, die sie in Mitteleuropa genießen, wird ihnen häufig in ihren Herkunftsländern nicht gewährt.  Diese Freiheit sollten sie nicht zu sehr strapazieren, sonst könnte sich die Gastfreundlichkeit der aufnehmenden Länder in Unverständnis wandeln. Auch wenn sie in der 2. und 3. Generation schon eingebürgert sind, so sind ihre kulturellen Wurzeln, die sie zum Teil auch von ihrer Familie noch vorgelebt bekommen, anderswo.

Gerade im Islam wird die Gleichberechtigung der Frauen bezüglich ihrer Selbstbestimmung besonders von radikalen Gruppierungen sehr häufig mit Füßen getreten. Hass auf anders denkende geschürt und kritische Fragen als Desavourierung gegeißelt. In Mitteleuropa müssen alle lernen, dass die persönlich Freiheit des Einzelnen dort aufhört, wo die Freiheit des Anderen beginnt.