Außerordentliche Sitzung der FW Kreisräte zur Explosion der geschätzten Sanierungskosten

Johannes Heidenhain Gymnasium Traunreut.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen haben alle Fraktionen im Kreistag Traunstein mit Entsetzen die Kostenmehrungen der Sanierung des Johannes Heidenhain Gymnasiums  zur Kenntnis nehmen müssen. Nach einer Besichtigung, bei der sich die Kreisräte vom Zustand des Gebäudes überzeugen konnten, traf man sich mit dem Leiter der Hochbauabteilung Herr Hermann Gschirr und dem neuen Gebäudemanager des Landkreises Traunstein zur kritischen Diskussion.

Der Erweiterungsbau, der wegen der gestiegenen Schülerzahlen notwendig geworden ist, steht kurz vor dem Abschluss. Die Räume der Mittagsbetreuung sind schon länger fertig. Auf Frage von Dr. Lothar Seissiger, wie es zu der Kostenmehrung von circa 7,5 Millionen Euro bei der Planung gekommen sei, führte Herr Hermann Geschirr aus, dass die erste Schätzung in Höhe von 4,5 Millionen Euro lediglich den Brandschutz und den behindertengerechten Umbau beinhaltet hätte, energetische Maßnahmen und kontrollierte Raumbelüftung wie im AKG waren nicht vorgesehen. Auch die jetzt geplanten neuen Böden, Türen, Beleuchtungen und die neue Einrichtung waren nicht enthalten.

Auf Grund der enormen Kostensteigerung ist die Firma Brüderl mit der Erarbeitung eines Konzeptes für die Sanierung beauftragt worden.

Auch über einen Teilabriss und Neubau würde nachgedacht. Dabei würde zunächst der  zweistöckige Südflügel mit Aula der neuen Mittagsbetreuung, Direktorat und Lehrerzimmer abgerissen und durch einen dreistöckigen Neubau ersetzt. Im zweiten Schritt würde anstelle des Ostflügels eine Aula gebaut. Einigen müsste man sich mit der Stadt Traunreut was mit der Bücherei im Keller dieses Gebäudes passiert. Die Physik könnte zur Chemie im Westflügel ziehen, die Kunsterziehung im 3. Stock des Südflügels untergebracht werden. Im Augenblick besuchen 639 Schüler das Gymnasium. Eine Kosteneinsparung wäre durch einen Teilneubau nicht zu erzielen und man würde die neu gebaute Mittagsbetreuung ersetzen müssen.

Auf Grund der Schilderungen sahen die Kreisräte der Freien Wähler aus Kostengründen keine Möglichkeit, einen Neubau zu realisieren. Insbesondere gaben die Kostenmehrungen gegenüber den geplanten Kosten  beim Neubau des AKGs bei der Abwägung zu denken. Zusätzlich muss jedem Kreisrat klar sein, dass der Landkreis circa Zweidrittel der Kosten selbst zahlen muss. Deswegen müsse das erhebliche Einsparpotential, das es auch bei der Sanierung gäbe, genutzt werden. Gefordert wurde, in Zukunft bei allen Baumaßnahmen, eine Kostenfortschreibung, um den Kreisräten den Kostenüberblick zu ermöglichen

Die kontrollierte Raumbelüftung mit einer Energieeinsparung bis zu 90 % und die Wärmerückgewinnung hielten die Kreisräte für genauso vernünftig wie die Installation eines Wärmedämmverbundsystems. Auf eine vorgehängte Fassade sollte verzichtet werden, weil sie mit circa 240 Euro pro Quadratmeter doppelt so teuer ist. Die komplette Erneuerung der Böden, Türen und Einrichtung und auch der Austausch oder die Versetzung der Fenster der Westseite, muss kritisch überdacht werden. Die Fenster wurden kurz vor der Übergabe von der Stadt Traunreut neu gemacht, haben aber eine schlechte Anschlussmöglichkeit der Wärmedämmung und einen nicht mehr zeitgemäßen K-Wert, wie. Das Raumprogramm steht nicht zur Disposition und muss umgesetzt werden. Herr Gschirr beantwortet viele Detailfragen mit extremer Sachkompetenz. Man kam überein, zunächst noch das Konzept der Firma Brüderl abzuwarten, aber es wurde den teilnehmenden Kreisräten auch klar, dass es noch viele Einsparmöglichkeiten gäbe, ob sie politisch durchsetzbar sind,  muss die Zukunft zeigen.

Am Schluss des Treffens bedankte sich Dr. Seissiger ganz herzlich bei Herrn Gschirr für die vielen sachlichen Informationen und für die offene Diskussion, die den Kreisräten der Freien Wähler ein Meinungsbildung ermöglicht haben.