Müllverbrennungsanlage in Burgkirchen

Am Donnerstag, den 30.10.08, besuchen auf Vermittlung des Kreisvorsitzenden, Kreisrat und Bürgermeister von Surberg Sepp Wimmer, die Kreistagsfraktion und die Vorstandschaft der Freien Wähler im Landkreis Traunstein, die Müllverbrennungsanlage in Burgkirchen.

Sepp Wimmer ist von den Freien Wählern zum Verbandsrat des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Südostbayern gewählt worden. Nach der Begrüßung durch die Werksleitung, wurde in einem kleinen Film die etwas turbulente Entstehungsgeschichte des Müllheizkraftwerkes ins Gedächtnis gerufen. Der ZAS wurde 1984 gegründet. 1987 war die Planfeststellung, 1989 bis 1992 Genehmigung und Rohbauarbeiten, 1990 und 91 Planungsstopp und Baustopp, wegen der vom besseren Müllkonzept befürchteten Schadstoffbelastung und 1994 Inbetriebnahme. Die Müllverbrennungsanlage versorgt sieben Landkreise mit knapp einer Million Menschen.

Per Zug wird der Müll von sechs Umladestationen nach Burgkirchen in 20 Tonnen Containern gefahren. Nach Beendigung des Films versorgte die Geschäftsführung die Freien Wähler mit interessanten Zahlen. Im Jahr 2007 wurden insgesamt 240.000 Tonnen Müll in zwei Öfen verbrannt. 159.000 Tonnen stammten aus den Landkreisen und 81.000 Tonnen aus dem Gewerbe.

Die Rauchgasentgiftung ist so gut, dass sie die Grenzwerte in zehner Potenzen unterschreitet. Ständige Kontrollmessungen belegen diese Werte. Es findet keine Klärschlammverbrennung statt. Nach der Gebührenumstellung, ist die Entsorgung des gewerblichen Mülls genauso teuer wie des Landkreismülls. Die Anlage befindet sich in einem guten Zustand und ist im Jahr 2012  abfinanziert. Die Müllgebühren werden dann deutlich weniger.

Auf Nachfrage des Fraktionsvorsitzenden Dr. Seissiger gab die Werksleitung an, dass der Tonnenpreis des Mülls für die Landkreise im nächsten Jahr von 144 auf 134 Euro sinken wird. Nach diesen Ausführung schloss sich eine Werksführung für die Freien Wähler an, bei der der Müllbunker, der Führerstand, die Einfülltrichter, die Öfen, die Energieerzeugung, der Entschlacker, die Rauchgasreinigung, die Abwasserreinigung und das Analysehaus gezeigt und erklärt wurden.

Die Filterstäube werden zur Endlagerung in eine Kaligrube nach Thüringen transportiert. Die Schlacke wird im Deponiebau und bei der Planie verwendet.

In Deutschland wird jedes Jahr ein Müllberg so hoch wie die Zugspitze produziert, die thermische Verwertung ist deswegen unabdingbar. Dia Nachfrage, ob Öl zur Zufeuerung verwandt wird, wurde mit einem klaren nein beantwortet. Die Prozesswärme wird von Industrieunternehmen der Nachbarschaft genutzt, das Müllheizkraftwerk produziert so viel Strom, dass es einen Anteil sogar verkaufen kann. Eine Tonne Müll liefert genauso viel Energie wie 225 Liter Heizöl.

Der Fraktionsvorsitzende Dr. Seissiger  fragte nach den Vorteilen, die die Übernahme des Betriebes durch den Zweckverband bringen würde. Der Geschäftsführer antwortete, dass dadurch die Gewinne des Betriebes an den ZAS zurückfließen, keine Umsatzsteuer auf die Lohnkosten gezahlt und die Synergieeffekte die Flexibilität erhöhen würden.

Nach Vertragsende mit dem jetzigen Betreiber, hätte der Betrieb EU weit ausgeschrieben werden müssen. Ob die vielen qualifizierten Arbeitskräfte übernommen worden wären, ist sehr fraglich. Mit der jetzigen Lösung ist alles in einer Hand, es gab keine betriebsbedingten Kündigungen, alle Arbeitskräfte wurden übernommen und es musste keine Ausschreibung erfolgen.

Das Konzept, dass der Mülltransport aus allen Landkreisen, außer Altötting, auf der Schiene erfolgt, wurde zunächst kritisch hinterfragt.. Es überzeugte die Freien Wähler letztendlich doch, da es die logistische Abwicklung der Müllentsorgung deutlich vereinfacht.

Auch die langfristige Entlastung der Bürger von hohen Müllgebühren, bedingt durch die Schuldenfreiheit der Müllverbrennungsanlage, wurde von den Freien Wähler sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen. Die Errichtung dieser Verbrennungsanlage durch die sieben Landkreise und der jetzige Übernahme des Betriebes, wurde als sehr weitsichtig eingestuft.

Nach einem Dank an die Geschäftsführung verabschiedete  der Kreisvorsitzende die Vorstandschaft und die Kreisräte nach Hause.