Freie Wähler wollen aktiv an der Verminderung de Treibhauseffektes mitarbeiten

Einrichtung der Klima- und Energiekonferenz wird begrüßt

Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler diskutierte mit den Spitzen des FW Kreisverbandes im Parkhotel Traunstein die Möglichkeiten, wie das ehrgeizige Ziel des Landkreises 2020 20% des  gesamten gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energieträgern zu decken, erreicht werden kann.

Der Fraktionsvorsitzende Dr. Lothar Seissiger hatte Herrn Hans Zott, den zuständigen Sachgebietsleiter  im Landratsamt, eingeladen, in einem Impulsreferat die Vorstellungen des Landkreises zu erläutern.

Herr Zott belegte die Notwendigkeit tätig zu werden mit eindrucksvollen Zahlen. Im Jahr 2100 wird es um vier Grad wärmer sein. Die Schadenssumme der Hochwasser von 2002 bis 2005 betrug im Landkreis Traunstein circa 25 Millionen Euro.

Im Augenblick werden vom Gesamtstrombedarf  von 608 Millionen KWh 315 Millionen regenerativ erzeugt. Es besteht aber ein Potential von 611 Millionen KWh, wobei die Nutzung der Wasserkraft den Löwenanteil ausmacht. Dazu müsste man ältere Turbinen durch Austausch effizienter machen und nicht genutzte bestehende Wasserrechte einer Nutzung zuführen. Auch in der Solarenergie steckt noch ein Potential von 95 Millionen KWh. Welche Möglichkeiten die Geothermie im nördlichen Landkreis bietet, ist noch nicht abzuschätzen. Aber auch die Windkraftausbeute und Biomassekraftwerke könnten besonders im nördlichen Landkreis noch um das Vierfache beziehungsweise um das Dreifache gesteigert werden. dreifach oder vierfach? Ich würde nur eins schreiben

Wegen eines weiteren Wasserkraftwerkes an der Salzach bei Fridolfing laufen im Augenblick im Rahmen der Renaturierung der Salzach konkrete Gespräche. Wasserrechte werden nur neu vergeben, wenn sie ökologisch vertretbar sind. Für Europa ist der Ausbau der regenerativen Energien besonders wichtig, da es bei uns wenig fossile Brennstoffe gibt. Auch sind die Restbestände der fossilen Energieträger leider in der Zwischenzeit deutlich begrenzt. Verknappung führt zur Teuerung. Zusätzlich werden diese Stoffe in der Industrie auch als Grundsubstanz für eine ganze Reihe von Fertigungen benötigt.

In der Diskussion war man sich einig, dass das Energiesparen die beste Maßnahme gegen einen vermehrten CO2 Ausstoß ist. Dazu gehört vor allem die energetische Sanierung der Häuser aus den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren. Eine Ausdämmung kann den Energieverbrauch zum Beispiel knapp um die Hälfte reduzieren. Da dem Landkreis ähnlich wie privaten Hauseigentümer nur begrenzt finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, entstand die Forderung vor allem Maßnahmen umzusetzen, die den größten Energieeinspareffekt haben. Bei der Energieerzeugung unterstützen die Freien Wähler die Rückführung der Wasserkraftwerke in die kommunale Trägerschaft. Nicht die Gewinnoptimierung der großen Stromkonzerne, sondern der vernünftige Ausbau wäre so gesichert. Bei der Biomasse setzen die Freien Wähler auf kleinere dezentrale Einheiten, damit kraftwerksnah die Biomasse erzeugt und die Rückstände entsorgt werden können. Die Biomasse müsste nicht von weiß Gott woher angefahren und die Rückstände wieder dorthin zurückgebracht werden. Wichtig erscheint ihnen wem? auch die Beteiligung der Biomasseerzeuger an den Kraftwerken, zum Beispiel in Form einer Genossenschaft, um nicht die Preise unter die Erzeugerkosten sinken zu lassen.

Damit wäre auch verhindert, dass über hunderte von Kilometern Biomasse geliefert werden müsste. In waldreichen Regionen könnten Hackschnitzel- und in anderen Regionen Gülle- oder Biogasanlagen entstehen, die eine regionale Versorgung sicherstellen. Der Vorteil der Biomassekraftwerke, gegenüber der Photovoltaik und der Windenergie ist, dass kontinuierlich eine bestimmte Menge an Energie bereitgestellt werden kann. Trotzdem ist die Energiegewinnung aus diesen Energieträgern unverzichtbarer Bestandteil eines gesunden Energiemixes. Zwei Drittel der regenerativen Energie geht bei der Erzeugung verloren. Deswegen ist es von entscheidender Bedeutung, besonders auf Energieformen zu setzen,  deren Energiebilanz nicht mehr Energie benötigt, wie letztendlich erzeugt wird. Dies würde den Treibhauseffekt  nicht reduzieren.

Dr. Lothar Seissiger fasste nach dem Dank an Herrn Hans Zott die Kernforderungen der Freien Wähler zusammen: Nutzung und Weiterentwicklung von CO2 freien Technologien, kleinere dezentrale Biomassekraftwerke mit den Biomasselieferanten als Betreiber in Form einer Genossenschaft, Rückführung der Wasserkraft an regionale Eigentümer und umfassende Informationen zur Möglichkeit der Energieeinsparung. In diesem Zusammenhang begrüßte er ausdrücklich die Einrichtung der Energiekonferenz des Landkreise mit ihrer Struktur und den Arbeitsgruppen. Die Freien Wähler wollen in der Energiekonferenz aktiv ihre Ideen einbringen.